Konflikte vermeiden

Konflikte vermeiden

Je weniger wir im Ego und je mehr wir im Herzen verhaftet sind, um so eher können wir andere Menschen in ihren Verhaltensweisen tolerieren und auch verstehen lernen. Wir erleben im täglichen Zusammensein sehr häufig Aktionen und Reaktionen von unseren Mitmenschen, mit denen wir nicht zurecht kommen.. Jede Form von Erwartung, wie der andere sich zu verhalten hat, lässt automatisch Konflikte aufkommen. Da wir von uns selber ausgehen und unseren eigenen Konditionierungen und Verhaltensweisen, sind wir oft erstaunt und auch nicht so sehr erfreut, wenn das aus unserer Sicht zu erwartende Verhalten ausbleibt. Wenn wir sofort reagieren, entstehen oft Konflikte und Verletzungen. Es ist häufig besser, erst einmal in Ruhe abzuwarten, sich auch selber zu hinterfragen und dann, nachdem wir für uns Klarheit gewonnen haben, darüber zu sprechen. Oft werden wir feststellen, dass der andere uns nicht verletzen wollte, sondern aus für ihn wichtigen Gründen sich entsprechend seiner eigenen Prägung genau so verhalten hat, wie er es für richtig empfunden hat, ja dass er sogar aus seiner Sicht freundlich und in bester Absicht gehandelt hat. Auf diese Weise lassen sich viele Interaktionen auf eine gute Weise lösen und Konflikte vermeiden. Wie entsteht nun in uns die Irritation? Unser konditioniertes Ego hat etwas Bestimmtes erwartet und als es nicht erfolgte, sich mit vielen Gedanken und den dazugehörenden Emotionen zu einem großen Luftballon aufgeblasen und so ein „Problem“ geschaffen. Es fühlt sich im Recht und beginnt seine negative Projektion in irgendeiner Weise auszuagieren. In dem Moment, in dem wir erkennen, dass das Problem durch unsere egoische Erwartung entstanden ist, gibt es die Möglichkeit der Transparenz. Die eigene Verhaltensprägung steht einer anderen Verhaltensprägung gegenüber. Ist nun die eigene besser oder nur einfach anders? Meist ist sie nur anders und anders kann auch ungemütlich sein. Ist sie zu tolerieren? Das hat jeder für sich abzuwägen, denn da gibt es eine feine Gradwanderung und diese lautet: „Kann ich damit leben oder geht es zu sehr über meine persönlichen Grenzen?“ Wenn wir diese Frage aus dem Herzen beantworten können, werden wir eine gute Entscheidung treffen.